Die Gänsediestel „Sonchus-arvensis“

Roh Juni 2014 214

Im Volksmund  gab man ihr auch die Namen Ackerdiestel, Hasendiestel, Hasenkohl oder auch Sanddiestel.

Es ist sehr interessant, dass jedes Jahr sich Gruppierungen von einer Pflanzen-Gattung in meinem Garten ansiedeln, und das folgende Jahr darauf wieder verschwinden. Letztes Jahr hatte ich einen ganzen Nachtkerzen-Wald. Dieses Jahr hatte die Gänsediestel in einer Vielzahl in meinen Garten integriert, als hätte sie ein Gärtner platziert.

Diese erst unscheinbare Pflanze hatte ihre Aufmerksamkeit mit ihren überaus raschen Wuchs und prächtigen glänzenden Blättern auf mich gezogen und strahlte eine besondere Anziehungskraft auf mich aus. Neugierig, wieso sie sich dieses Jahr so üppig in meinem Garten breit gemacht hat, beobachtete ich sie und nahm sie etwas genauer unter die Lupe. Ich kannte sie schon länger, doch gab ich ihr nie recht viel Beachtung und hatte sie immer ausgerissen. Doch dieses Jahr brachte ich es nicht über das Herz, sie einfach aus meinen Garten zu entfernen. Ich freute mich über meinen neuen Gartengast und hieß sie willkommen.

Roh Juni 2014 210

Die Roh Juni 2014 220 Seitentriebe sind butterweich und die Stängel  fleischig, hohl etwas kantig mit einer weichen Haut versehen. Die jungen zarten Blätter glänzen in einem hellen Grün. Nur die äußeren Blätter sind fester und dunkelgrün. Der Blattrand ist mit einer Vielzahl an Zähnen ausgestattet und sehr kratzig. Blätter und Stängel beinhalten einen weißen Milchsaft. Mit ihrer kostbaren Pflanzenmilch und Pflanzenstoffen ist sie eine große Unterstützung für die Leber und Gallenfunktion. Auf der Spitze der Pflanze befinden sich eine zahlreiche Ansammlung an Blütenknospen mit  zitronengelben  kleinen, hübschen Blütenköpfchen. Sie trägt die Farbe gelb und signalisiert uns damit Licht und Reinigung.

Aufrecht und prächtig steht sie da, als wolle sie mit ihrem raschen Wachstum in den Himmel wachsen. In meinem Garten hat sie sich einen feuchten Boden ausgesucht und schon eine Höhe von 1,50 m erreicht. Die Wurzel kann bis zu 1m lang sich in der Erde verankern. In der Antike und im Mittelalter war sie noch sehr hoch als Gemüse und Salat geschätzt. Leider wird sie heutzutage nur noch wie Unkraut behandelt, das im Garten nichts zu suchen hat. Wie schön, dass ich sie jetzt mit ganz anderen Augen betrachten kann. Ich hoffe, dass auch Sie ihren Gartengast wertschätzen lernen und von ihren wohltuenden Eigenschaften proh-fitieren.

Die Botschaft der Gänsediestel                                         

Mit ihrer stachligen Erscheinung gibt sie vor unnahbar zu sein. Sie teilt uns Abgrenzung und guten Schutz vor Feinden mit. Doch auch strahlend, bescheiden, sensibel und zart ist ihre Beschaffenheit und Wesen.  Aufrecht, anmutig, gut verwurzelt in der Erde gibt sie uns mit  ihrer breiten Blattrosette Bodenständigkeit zu verstehen.

Verwendung in der Rohkost                                                                                                                                                          Erst als ich den ersten grünen Smoothies mit Gänsediestelblätter vorsichtig dosierte, wurde ich von einem äußerst zarten, feinen Geschmackserlebnis überrascht. Mein Körper verlangte die folgenden Tage darauf gierig nach diesem leckeren Getränk. Der etwas sanft bittere Geschmack ist mit dem des Löwenzahns zu vergleichen. Im allgemeinen sind Bitterstoffe in den Pflanzen sehr wichtig. Sie begünstigen die Blutreinigung und Blutbildung und leisten dem Körper wertvolle Dienste.

Wie schon vorhin erwähnt ist sie eine Köstlichkeit in Smoothies und ihre zarten Blätter, Blüten-Knospen  und Stängel bereichern jeden Rohkost-Salat. Auch in Kräutermischungen für Aufstriche, Cräcker und Dressings ist sie in der Rohkostküche eine große Bereicherung. Die Blüten lassen jedes Rohkost- Gericht in einem neuen Licht erstrahlen.

Kopie von DSC02153

Gänsedistel- Smoothie

1 Hand voll junge Gänsedistelblätter

1 Hand voll Giersch

1 Hand voll Erdbeeren

1 Apfel

1 Banane

1 Ananasscheibe (in Stücke)

½ Avocado