Scharbockskraut „Ranunculus ficaria“

Frühlingsblüten 21.4.13 028

Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, mir den Namen Scharbock          einzuprägen. Erst als ich die Herkunft des Namens erfuhr, hat mich dieses hübsche, zarte  Kraut sehr fasziniert und begeistert.

Der Name Scharbock kommt aus dem Volksmund und heißt „Skorbut“. Es wird berichtet  dass Seefahrer, die monatelang sich nur einseitig ernährten unter Skorbut litten. Vor langer Zeit war es noch  eine lebensgefährliche verbreitete Krankheit, die aus Vitaminmangel heraus entstanden ist. Es heißt, dass sich die Seefahrer zur Vorbeugung Scharbockskraut, Skorbutkraut mit an Bord nahmen. Ob es wirklich so wahr, sei dahin gestellt, jedenfalls lässt sich durch den Hohen Vitamin C- und Mineralgehalt die Wirkung gegen Mangelerscheinungen nicht von der Hand weisen. Unter anderem ist das Wildkraut auch als Schmalzblatt, Pfennigsalat, Himmelsgerste, Frühsalat, Gichtkraut, Feigwurz, Erdgerste und wilder Weizen bekannt.

Bereits im Februar kommt der kleine Frühlings-Gruß ans Tageslicht und reckt seine zarten Blüten der Sonne entgegen. Es ist eines der ersten Frühlings-Boten, die wir ernten können. Die glänzenden, herzförmigen Blätter erinnern mich an kleine Seerosen-Blätter. Sie wachsen in üppiger Anzahl und bilden wunderschöne grüne Pflanzen-Kissen. Mit ihren goldgelben Sternenblüten sind sie nach grauen Wintertagen willkommene Farbtupfer und für die ausgehungerte Insekten ein nahrhafter Leckerbissen.

Zur Vermehrung dienen kleine Brut-Knöllchen, die wie kleine Kartoffeln oder Getreidekörner ausschauen. Diese kleine Brutknolle (Feigenwurz) entwickelt während der Blüte einen giftigen Stoff, (Protoanemonin) der sich gesundheitsschädlich auswirken kann. Scharbockskraut gehört zur Familie der Hahnenfuß-Gewächse Kriechender Hahnenfuß, Buschwindröschen, Küchenschelle und Eisenhut, diese enthalten ebenfalls (Protoanemonin ). Sie sind giftig und nicht zum Verzehr geeignet. Scharbokskraut bildet eine Ausnahme, es ist lediglich darauf zu achten, dass die Blätter vor der Blüte geerntet werden.  Sobald die Blütenknospen erscheinen, sollte man die Blätter nicht mehr verzehren. Für die frischen und knackigen Blätter sind feuchte, sonnige und halbschattige Plätze verantwortlich.

Bevorzugte Standorte sind Auen, Uferränder, Waldränder. Man findet sie ebenso unter Laub-Hecken und Gebüsch.

Verwendung in der Rohkost

finden die Blätter in grünen Smoothies und Säften. Ein Salat aus den Blättern oder beigemischt zu Rohkost-Salaten sind sie  eine wahre Vitamin C-Bombe und eine Wohltat für müde Zellen. Genauso gut kann man sie kleingehackt als Brot-Belag genießen oder für Kräuter-Dips verwenden. Damit wird die Frühjahrsmüdigkeit schnell ausgetrieben. Die knackigen, frischen Blätter haben einen milden, bitteren, scharfen, nussigen Geschmack und schmecken ähnlich wie Kopfsalat.

Zum anderen beschenkt uns diese wertvolle Pflanze mit Vitamin A, Saponine und ätherischen Ölen. Es ist auf alle Fälle ein großer Gewinn, wenn wir uns für das natürliche Vitamin C in aus der Natur entscheiden. Gerade im Frühling können wir von der Vogelmiere, Scharbockskraut, Brennnesselspitzen, Giersch und jungen Löwenzahn-Blättern und Brunnenkresse prohfitieren.

Bevor das industrielle, chemische Vitamin C den Markt eroberte, griffen die Menschen früher immer auf natürliches Vitamin C zurück. Die für uns vorgesehenen Kräuter von“Mutter Natur“ sind in  in ihrer Komplexität an natürlichen Pflanzensubstanzen perfekt ausgestattet und im Vergleich zu konventionell gezüchteten Lebensmitteln oder chemischen Produkten  nicht zu übertreffen. Es heißt nicht umsonst „gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“. Es ist das volle, natürliche Pflanzenwirkstoffpaket was unterstützend und heilend wirkt.

Synthetische, isolierte Stoffe, die auf chemischem Wege hergestellt sind, können vom Körper nicht verwertet werden. Ein Sprichwort dass sich bewahrheitet heißt:   „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt“.