Löwenzahn “ Taraxum officiale“

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Darf ich vorstellen „ Taraxacum officiale“. Ich liebe diesen kleinen Löwen, der nicht beißen kann. Wenn er auch nicht gefährlich  ist,  erinnern uns seine gezackten, grünen Blätter an scharfe Reißzähne eines Löwen.  Sie signalisieren uns im Allgemeinen guten Schutz und Abwehr. Genauso wie im Namen schon erwähnt wird, sind Löwenzahn-Blätter tatsächlich roh genossen sehr nährend für unsere Zähne.

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Seit Jahrtausenden wird er gesammelt und hoch geschätzt.  Es ist eines der wichtigsten Wildkräuter zum Ausleiten von Giftstoffen und zur Blutbildung . Das Ammenmärchen, dass  Löwenzahnstängel  giftig seien, gilt schon lange nicht mehr. Alle Pflanzenteile des Löwenzahn sind essbar. Löwenzahn gehört zu der Familie der Korbblütler und zählt zu den zähen, robusten Gesellen. Er besitzt wirklich die Durchsetzungskraft eines Löwen, klein, kräftig  und frech durchbricht er sogar Asphaltdecken. Mit seiner kleinen gelben Löwenmähne  lässt er die Wiesen in gelben Teppichen erstrahlen. Die verführerischen nach Honig duftenden dichten Löwenköpfchen laden die kleinen Blütengäste  zu einem leckeren Pollenschmaus ein und sorgen bei ihrem Anblick für ein sonniges Gemüt. Die Blüte besteht aus kleinen Zungenblättche,n die sich in Samenträger und kleine Schirmchen verwandeln. Diese sorgen  für die Verbreitung der Pflanze.

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Seine  lange Pfahlwurzel verschafft sich guten Halt in der Erde. Sie enthält im Milchsaft den Bitterstof,f (Taraxin) der die Leberfunktion aktiviert und  blutreinigend wirkt. Außerdem  befinden  sich in der Wurzel verträglicher Zucker und Gerbstoffe, die  für Diabetiker sehr gut geeignet sind.

Rohkost Speisen Mai 13 074Besonders hervorzuheben  sind im allgemeinen seine Bitterstoffe , die Leber, Galle und Magen und den Stoffwechsel unterstützen. Sie wirken stärkend, blutreinigend, blutbildend, entsäuernd und basenbildend. Mit einer gesunden Leber lebt es sich einfach glücklicher. Bitterstoffe heißt es machen lustig. Sie besitzen stimmungsaufhellende Eigenschaften und wärmen von innen, daher ist unser Löwenzahn ein wertvoller Geselle, der wieder Licht in unseren Körper und Gemüt  bringt.  Die Pflanze besitzt die Fähigkeit, sogar Anämie ( das Fehlen des lebensnotwendigen Blutfarbstoff Hämoglobin) zu beheben, dafür ist ihr hoher Eisenanteil verantwortlich.

Wirkung und Verwendung in der Rohkost

„Dem kleinen Alleskönner und Superfood Löwenzahn“ steht eine Lobeshymne zu. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich innerhalb von nur vier Wochen meine jahrelange, chronische Anämie los wurde. Ich nahm ihn mit anderen Grünpflanzen wie Brennnessel, Giersch, Petersilie, Spitzwegerich  in meine grünen täglichen Smoothies hinein, die mir meine Homöopathin verordnete. Damals wusste ich noch überhaupt nichts über seine Inhaltsstoffe und war mir über die Wirkung der Wildkräuter nicht bewusst.

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Eine Frühjahrskur mit Löwenzahn Smoothie wirkt wahre Wunder, genüsslich können wir all die positiven Eigenschaften dieses kleinen Löwen verinnerlichen. Er befreit von alten Schlacken und wirkt wie eine Runderneuerung.  Kostenlos stellt er sich uns das ganze Jahr zur Verfügung. Selbst im Winter findet man  ihn an geschützten Stellen und  kann noch davon proh-fitieren.  Danke kleiner Löwe, dass es dich gibt.

In der Rohkost-Küche eignen  sich die Blätter, Knospen und Blüten  bestens für Salate, Suppen, grüne Smoothies und als Würzkraut in Aufstrichen, Crackern, veganem Nusskäse und Dressings. Die Wurzel knabbere ich manchmal unterwegs beim Sammeln, sie schmecken auch kleingehackt über den Salat sehr gut.  Mit den Blüten lassen sich Speisen wunderschön appetitlich dekorieren. Sie sehen nicht nur schön aus, sie schmecken auch sehr gut. Eingelegt in Honig gibt man sie einfach auf das Brot.

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Tipp: für Neueinsteiger in die Rohkost. Beim Verzehr muss sich der Körper erst an die Bitterstoffe gewöhnen, deswegen nur soviel wie verträglich in Salaten oder Smoothies nehmen, mit wenig Blättern beim Rohverzehr beginnen. Mit der Zeit steigert sich das Verlangen nach Bitterstoffen ganz automatisch.

Hier noch eine kleine liebenswerte Geschichte über den Löwenzahn

Eine Frau beschloss, einen Garten anzulegen. Sie bereitete den Boden vor und streute den Samen wunderschöner Blumen aus. Als die Saat aufging, wuchs auch der Löwenzahn. Die Frau versuchte mit allen möglichen Methoden, den Löwenzahn auszurotten, aber nichts half. Am Ende machte sie sich auf, um in der fernen Hauptstadt den Hofgärtner des Königs zu befragen. Der weise alte Gärtner, der schon so manchen Park angelegt hatte, gab ihr viele Ratschläge, wie der Löwenzahn loszuwerden sei. Aber was er auch vorschlug, die Frau hatte alles schon probiert. So saßen die beiden ratlos da, bis am Ende der Gärtner die Frau anschaute und sagte: „Wenn denn alles, was ich dir vorgeschlagen habe, nichts genützt hat, dann gibt es nur einen Ausweg: Lerne, den Löwenzahn zu lieben.“

Aus: Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten.                             Andere Zeiten e. V., Hamburg 2005, www.anderezeiten.de